HILDA UND IHRE NACHBARN (in progress)

Kinofilm zum Waldviertel – „HILDA“ , das Filmportrait einer Waldviertler Altbäuerin, mit Live Filmmusik von ihren „Nachbarn“ aus dem Schiltingeramt.

Filmregisseurin Karin Berghammer, mit Zweitwohnsitz im Waldviertel, drehte einen stimmungsvollen Dokumentarfilm über eine alte Waldviertler Bäuerin, die zurückgezogen und allein auf ihrem Hof lebt. Der Kinofilm, der 2016 in Wien Premiere hatte, porträtiert „HILDA“ als stille Heldin des Alltags und schildert ihr Leben und ihre Gedanken als Bäuerin und Frau auf dem Land.

Im Rahmen des Viertelfestivals 2017 soll der künstlerische Kinofilm an vier Orten im Waldviertel publikumsnah präsentiert werden: im neu eröffneten Lichtspiel in Gföhl, im Lichtspiel Groß Gerungs und im Lichtspiel Allentsteig oder im dortigen historischen „Schüttkasten“.

Ein spezielles Aufführungsformat soll ein vertieftes Kinoerlebnis fürs Publikum schaffen: An diesem Abend wird über die Kinolautsprecher nur der Originalton von Hilda und der des Waldes kommen. Die Tonspuren von Musik und Off-Kommentar bleiben stumm. Regisseurin Karin Berghammer wird Hilda Lackners berührende Lebensgeschichte während der Filmvorführung live einsprechen und die Musiker Christof und Alexandra Dienz werden auf Zither, Loop und Kontrabass die Filmmusik dazu spielen.

 

Zum Film:

„HILDA“ ist ein Film über die 85 jährige Hilda Lackner aus dem Schiltingeramt. Eine Heldin, weil sie trotz so mancher Gefahr ganz allein auf ihrem Hof lebt. Und das in einer Bescheidenheit, die imponiert: 30 Jahre hat sie sich kein Gewand mehr gekauft, leben tut sie mit dem, was da ist. Für sie bedeutet das weniger Entbehrung, als vielmehr Freiheit. Die Unabhängigkeit ist ihr heilig: „I tua, wos i wü!“ und „Frei bin i, wia a Vogerl!“

Wenn niemand zum Reden da ist, dann schaut man gern einmal ins Narrenkastl. Oft kann man sich dabei beim Denken zuhören. Ein innerer Monolog, der nicht abreißt. Und manchmal spricht man es aus, meist ohne es zu merken. „Oaredn, sogt ma do!“ erklärt sie ihrer Nachbarin.

Die Filmmusik von Christof und Alexandra Dienz ist eine Mischung aus Meditation und Tradition, Reflexion und Repetition, Reduktion und Entschleunigung; ein bisschen wie eine Innenschau für sich.

Hildas Gedanken kreisen immer wieder ums Sterben, am Ende steht der Tod. Da spinnt sich dann die Musik in höhere Gefilde. „In a bessere Gegend“, wie Hilda meint.

 

„die nachbarn“ ist ein österreichischer Kulturverein, der sich 2006 in Schiltern im Waldviertel gegründet hat und sich der musikalisch-medial-performativen Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen verschrieben hat.

 „die nachbarn“ : Christof Dienz, Alexandra Dienz, Andreas Patton und Karin Berghammer

Karin Berghammer ist seit 1990 als selbständige Autorin, Regisseurin und Produzentin tätig. Sie ist von der Entwicklung bis zur Produktionsleitung an der Ausarbeitung österreichischer und internationaler Kinofilme beteiligt. Derzeit schreibt sie an einem Drehbuch, engagiert sie sich als Vorstandsmitglied bei FC Gloria, Frauen Vernetzung Film, für die Gleichstellung von Frauen in der österreichischen Filmwirtschaft und lehrt an der FH St. Pölten.

Alexandra Dienz spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Kontrabass, damals bei der „Familenmusik Pedarnig“. Nach dem Musikgymnasium in Innsbruck studierte sie Kontrabass bei Walter Rummer am Konservatorium Innsbruck und später bei Johannes Auersperg an der Musikuniversität Graz. Sie lebt seit 1994 als freiberufliche Kontrabassistin in Wien und wirkt in den stilistisch unterschiedlichsten Formationen mit, darunter Die Knödel, Klangforum Wien, phace contemporary music, Neue Oper Wien, Wiener Taschenoper, Ensemble Prisma, Wiener Akademie.

Christof Dienz ist Komponist, Fagottist, Zitherspieler und lebt in Wien. In den 1990er Jahren trat er als Klangkünstler und Leiter des Ensembles „Die Knödel“ in Erscheinung und war 2003 Gastkomponist beim Festival „Klangspuren Schwaz“. Mit der CD „Dienz Zithered“ rückte er die Zither ins zeitgenössische Licht und wurde 2005 für die eigensinnige Musik mit dem Pasticcio Preis des Kulturradiosenders Ö 1 ausgezeichnet. Seither wird seine Musik an vielen bedeutenden Festivals für neue Musik aufgeführt.

PARTNER :

Manuela Pensch von den Lichtspielen Gföhl ist Besitzerin und zugleich auch Obfrau Stellvertreterin des Vereins Lichtspiele Gföhl. Der Großvater der gebürtigen Waldviertlerin, Franz Karch, hat das Kino im Jahre 1923 erbaut. 1961 übernahmen ihre Eltern, Hermann und Angela Karch, das Kino und in dieser Zeit erlebte das Kino auch seinen Höhepunkt. Nach dem Tod ihres Vaters führte Manuela Pensch gemeinsam mit ihrer Mutter Angela Karch das Kino weiter. Da ihre Mutter Herz und Seele des Kinos war, wurde das Kino nach ihrem Tod geschlossen. Nachdem sich einige Gföhler zusammengetan haben, um die Lichtspiele wieder aufleben zu lassen, kann das Kino am 13. 6. 2017 feierlich wiedereröffnet werden.

Dr. phil. Andreas Wagner ist Publizist, Autor, Lektor, Historiker, Gründer der „filmwerkstatt waldviertel“. Der gebürtige Waldviertler lebte viele Jahre in West-Berlin und in Salzburg und arbeitet seit mehr als 15 Jahren in der Medienbranche. Vielfach und vielerorts unterstützte er Kulturprojekte, insbesondere in Verbindung mit Theater, Literatur, Geschichte, Fotografie und Film . Im Jahr 2015 zog er von Langenlois nach Allentsteig.
aL!VE – Kulturverein
Ende 2012: Der Kulturverein „aL!VE – Allentsteiger Lichtspiel Verein“ startete mit neuem Programm: digitale Medien mit Kunst, Kultur & Bildung zu verbinden. Bis Sommer 2015 gab es 32 Veranstaltungen. Mit der Vorführung qualitätsvoller Kinofilme wollen wir Unterhaltung und anregende Themen für Menschen in Allentsteig und im Oberen Waldviertel anbieten. Leitbild sind die sog. „Programmkinos“, die in Krems, Wien und Linz österreichische und europäische Filmproduktionen abseits des Mainstreams zeigen. Filmästhetik fördert zudem die Medienkreativität und das Interesse an gesellschaftlichen und menschlich-existentiellen Themen.

Verein „dasKonzept“ Lichtspiel Gross Gerungs mit Obmann Stefan Wackerlig
Im Herbst 2012: Übernahme des Lichtspielhauses Groß Gerungs. Renovierung der Räumlichkeiten, Nutzung des Kinosaals für Konzerte, Lesungen, Kabarett- und Theaterprogramme, Bildungs- und Informationsveranstaltungen. Das Lichtspiel Groß Gerungs ist eines von zwei in Österreich noch erhaltenen Kinos aus den 30er Jahren, das weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist und auch weiterhin mit Holzofen beheizt wird. Organisation des Stummfilmfestivals Groß Gerungs. Konzept der Veranstaltung ist die Konfrontation neuer und multimedialer Kunstprojekte mit altem Bildmaterial und Klassikern des Stummfilmes. Seit bestehen des Vereins „dasKonzept“ wurden über 100 Veranstaltungen realisiert.