ASTERIX GOES OPEN AIR

asterix04.Feuerwehr.Genetasterix-schluss-szene auf vimeo

 

Das Publikum nimmt Platz.
Kurz bevor es losgehen kann, entsteht ein Tumult hinter der Bühne. Zwei Schauspieler streiten mit dem Regisseur über dessen Inszenierung(sansatz). Der Streit zieht sich in Richtung Ausgang, da die Schauspieler gehen wollen. Der Regisseur, ein leidenschaftlicher Künstler, beschimpft die beiden wüst.
Diese berufen sich auf ihre Professionalität und Erfahrung.
Jemand (von hinter der Bar) will schlichten, fragt, was denn los sei.
Die beiden Schauspieler gehen unversöhnt.
Der Regisseur engagiert die Bedienung/en ob ihrer Unverdorbenheit und zeigt ihm/ihr /ihnen, was er vorhat:
Die anderen Schauspieler haben sich in verschiedene Ecken des Geländes zurückgezogen, um ungestört üben zu können.(Ist der Regisseur überhaupt ein Regisseur oder lediglich Voyeur?)
Auszug aller aus dem Theaterraum.
An verschiedenen Orten außerhalb/im Freien (es sollen möglichst viele verschiedene Orte des Areals bespielt werden) werden zusammen mit dem Publikum Menschen beobachtet, die sich mit verschiedenen Texten auseinandersetzen bzw. sich (anderweitig) künstlerisch betätigen:
Monologe
Dialoge
Prosa
Lyrik
Gebrauchstexte
Musik
Tanz
Performance
Projektionen
Darstellendes…

Alles Dargebotene – auch durch Zuschauer – kann sich, wo möglich, im Dialog befinden (etwa Tanz und Text, Musik und Tanz, Gesang und Text oder, oder…) oder auch von (eingespielter) Musik unterstützt, eingeleitet, übergeleitet, technisch verstärkt, mit Kamera aufgenommen und projiziert werden.
Gemeint ist: alles ist möglich und abhängig vom Input der Beteiligten.
Die Darbietungen beziehen ihre Kraft aus ihrer Ernsthaftigkeit des Darbietenden und werden konterkariert durch den absurden Rahmen, den die durch Eleonoradus und Obelix angeführte Prozession und die dabei gemachten Kommentare darstellen.
Die Wege von Station zu Station werden durch Feuer in verschiedener (und erlaubter) Form markiert.
Außerdem soll es einen Musiker geben, der mit seinem Instrument durch den Parcours„lockt“.
Die Beleuchtung der einzelnen Schauplätze findet durch Feuer oder punktuell eingesetzter Scheinwerfer statt. (in der durch die technischen Grenzen gesetzten Reduktion kann eine große Qualität liegen!)
Das Ende der Probenreise könnte darin bestehen, daß die Beteiligten ihre Darbietungen an einem Ort zusammen und durcheinander zum Besten geben, (eine Kakophonie), was Eleonoradus in größtes Entzücken versetzt (Assoziation: Wagner-Musik/apokalypse now).
Obelix, der überfordert ist und alles nicht mehr versteht, ruft die Polizei. (die spinnen, die Römer!)
Diese kommt und führt Eleonoradus ab, der unter dem Chaos beteuert, daß das alles doch großartig sei.
Der Theaterverantwortliche muß dem Publikum mitteilen, daß der Abend ein unvorhergesehenes Ende genommen hat, und lädt alle zur Entschädigung auf einen drink in die Bar des Theaters ein, wo der Abend endet.
Der Kreis schließt sich.
An der Bar gibt es auf dem/den Monitor/en einen Epilog mit Eleonoradus auf der Polizeiwache zu sehen. (analog zum Comic)

Die Theaterepisode aus „Asterix und der Kupferkessel“(S. 28–32)

Asterix und Obelix treffen während ihrer Aufgabe, einen Kupferkessel mit Sesterzen (röm. Münzen) füllen zu müssen, in Marseille auf den Theaterregisseur Eleonoradus. Diesem sind gerade zwei Schauspieler davongelaufen, weil sie seinem Konzept von der Erneuerung des Theaters durch Spontaneität und Schock nicht folgen wollen. Eleonoradus versichert den beiden Mimen, daß er sie durch die beiden erstbesten dahergelaufnenen Dummköpfe ersetzen kann und bei dem Tausch auch noch gewinnt.
Asterix + Obelix kommen des Weges und werden ob ihrer Eigenartigkeit sofort engagiert.
Sie betreten das große Amphitheater, wo gerade die Probe beginnt.
Angestrebt ist eine Publikumsbeschimpfung, bei der es u.a. den im Zuschauerraum inkognito postierten Kollegen Bassermanus gibt, der sich über die Darbietung empören und so den angestrebten Skandal anheizen soll.
Asterix und Obelix sollen sich während der Show ganz hinten an der Feuermauer postieren und Obelix (in dem Eleonoradus eine besondere Begabung sieht) soll als krönender Abschluß und Schrei der Spontaneität im Finale nach vorn an die Rampe treten und irgendetwas sagen, igentwas, was ihm gerade durch den Kopf geht! Obelix antwortet, daß es aber vorkomme, daß da nichts durchgeht.
Wie auch immer, die Losung von der Botschaft , die zu machen sei , wird ausgegeben, man sieht sich am Abend.
Obelix hat schweres Lampenfieber, da eine große Aufgabe, was Asterix nicht versteht. Obelix verliert die Nerven: Und die Botschaft? Was ist mit der Botschaft?
Der Abend kommt, das Theater füllt sich mit dem für glänzende Premieren üblichen Publikum.
Die Vorstellung beginnt:
Ihr seid häßlich! Wir alle sind häßlich, aber weniger häßlich als ihr.
Das dekadente Publikum ist bis ins Mark entzückt: Kaum zu ertragen, so wahr ist es.
Schauspieler grimassieren: Orgien, Orgien!
Wir wollen Orgien!
Bassermanus: Genug! Genug! Es ist eine Schande!
Man macht sich über das Publikum lustig!
Publikum:
A: Recht hat er!
B: Nein!
C: Raus mit ihm!
D: Idioten!
E: Ihr seid rückständig!
Dann mit großer Geste der Fingerzeig vonEleonoradus auf den vor Angst mittlerweile grüngesichtigen Obelix – das Schicksalssignal!
O. steht an der Rampe, Weißband läuft durch sein Hirn.
Eleon.flüstert ihm zu:
Sag was! Los! Egal was!
Was dir durch den Kopf geht!
Nach langer Pause Obelix:
Die spinnen, die Römer!
Der Präfekt schreit:
WIE?
Das ist unzulässig!
Verhaftet mir die Idioten, die es wagen, sich über die Obrigkeit lustig zu machen!
Die Armee stümt die Bühne.
Aus dem Publikum:
A :Ausgezeichnet inszeniert!
B :Ja, das wird gut!
C: Jetzt forcieren sie´s ein bischen. Das wirkt unnatürlich.
D: Eine neue Ästhetik. Mir sagt das was!
A+O machen sich aus dem Staub.

Epilog

A+O entdecken Eleonoradus an einem vergitterten Fenster des Stadtgefängnisses:
Sollen wir Euch da rausholen?
E.: Nie im Leben!
Man hat mich soeben engagiert, in Rom zu spielen.
Im Zirkus!
Eine einzige Vorstellung, aber was für eine Vorstellung!
Mit Löwen!
Und allem!
Das wird sehr lebensnah!
Jedenfalls, du, Dicker, du solltest Theater spielen, Schätzchen!
So eine Dreistigkeit!
Toller Bursche!

Ende

UA: Pathos Transport Theater München Sommer 2004

Regie: Andreas Patton
Künstlerische Mitarbeit: Jörg Witte
Christian Rogner

mit

Heinz Weixelbraun
Christian Rogner
Andreas Patton
Christoph Franken
Jakob Schmidt (Cello)
Matthias König
Marco Witt
Kiyoshi Makabe
Daniel Reisinger
David Schindler
Robert Dressler
Jürgen Arnold
Florian Heimbrecht
Markus Richter
Ulli Koller
Sergei Pirogov
Alexandrea Pirogova
Anna Noack
Prof. Dieter Haugk
Jörg Witte
Jürgen Sihler
Katja Brenner
Angelika Fink
Gunter Bieringer

 

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