5 MINUTEN VOR DER ZEIT

Beschreibung eines musikalisch-performativen Abends mit Videoinstallation

als thematisches ausgangsmaterial dient uns ein text von heiner müller: „der mann im fahrstuhl“:

heiner müller erzählt die kafkaeske geschichte eines angestellten, der im fahrstuhl zu seinem chef unterwegs ist. da er glaubt, zu einen wichtigen termin geladen zu sein, macht er sich rechtzeitig auf den weg, denn: FÜNF MINUTEN VOR ER ZEIT / IST DIE WAHRE PÜNKTLICHKEIT. die fahrt im lift allerdings gerät zum horrortrip, als die ZEIT aus den Fugen gerät und sich das Tempo des Lifts verselbständigt. sowohl auf der ZEITachse als auch auf der liftanzeige findet eine atemberaubende beschleunigung statt, die endet, als sich die tür endlich öffnet und der mann sich auf einer hochebene in peru wiederfindet. obwohl bedrohlich und feindlich anmutend, erahnt der mann in dem fremden land die chance auf freiheit + begegnung mit sich selbst.

das zentrale thema des textes, das uns interessiert, ist das der ZEIT.
gerät sie aus den (von uns installierten) fugen, fühlen wir existentiell bedroht. wir brauchen sie als sicherheit, als raster, auf dem alles stattfindet.
im heiner müller text der mann im fahrstuhl (bild links) geht es um den verhängnisvoll pragmatischen zugang des gegenwartsmenschen zu dem phänomen zeit + die vision der erlösung aus der enge des pragmatismus: das gefährliche + faszinierende andere land „peru“


TAKA6Musikalisch-performativer Abend mit Videoinstallation nach dem Text „Der Mann im Fahrstuhl“ von Heiner Müller: die kafkaeske Geschichte eines Angestellten, der im Fahrstuhl zu seinem Chef unterwegs ist. Da er glaubt, zu einem wichtigen Termin eingeladen zu sein, macht er sich rechtzeitig auf den Weg, denn: FÜNF MINUTEN VOR DER ZEIT/ IST DIE WAHRE PÜNKTLICHKEIT! Die Fahrt im Fahrstuhl gerät allerdings zum Horrortrip, als die Zeit aus den Fugen gerät und sich das Tempo des Lifts verselbständigt …

Ein Akteur mit Mikroport erlebt einen eigenartigen Traum und wird durch die Bassistin und den Musiker am Computer elektronisch unterstützt.

mit Christof Dienz, Alexandra Dienz, Karin Berghammer, Andreas Patton, Sounddesign: Florian Bogner, Lichtdesign: Pepi Öttl

Klangturm St. Pölten

UA: St. Pölten, Klangturm
24. September 2009 / 20:30

www.klangturm.at

http://www.musikfabrik.at/

 

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